aufgeFÄCHERt - geklöppelte Spitzenfächer

Sonderausstellung im Klöppelmuseum Abenberg Der Schwerpunkt der Fächer-Ausstellung mit über 80 Exponaten liegt bei geklöppelten Spitzenfächern aus der Sammlung der Jan Geelen Stiftung, die vom Deutschen Klöppelverband betreut wird.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen sehenswerten Querschnitt zur Entwicklung des Fächers mit Leihgaben des renommierten Sammlers und Fächerexperten David J. Ranftl. Einen ganz eigenständigen Beitrag zeigt der Nürnberger Künstler Hubertus Hess. Hess ist in seiner Biografie und seinem künstlerischen Schaffen der japanischen Kultur eng verbunden. Zahlreiche Reisen und Aufenthalte in Japan haben ihn geprägt. Aus dieser Motivation heraus hat er eigene Fächer gestaltet.

In Europa war der Fächer modisches Accessoire und Statussymbol. In Japan ist er ein Requisit bei traditionellen Tänzen, das als Verlängerung des Armes die Ausdruckskraft der Gestik steigert. Hier wie dort wurde von der Möglichkeit, das Gesicht dahinter zu verbergen, rege Gebrauch gemacht. Kein Ball ohne Fächer, hinter dem sich die jungen Mädchen der Gesellschaft geheimnisvoll verstecken konnten und nur verstohlene Blicke mit ihren Verehrern tauschten. Manche reden gar von einer eigenen Fächersprache. Hinweise darauf gibt es aus dem 18. Jahrhundert.

Zweifach ist die Funktion des Fächers: zum einen ist er Zierde und Standesmotiv, dekorativ mit Federn, Spitzen, Perlen und Edelsteinen geschmückt, den jeweiligen Moden unterworfen. Die zweite Funktion angenehme Kühle bei Hitze zu verschaffen blieb über die Jahrhunderte gleich. Fächer gab es in allen Kulturkreisen. Klassische Fächerländer sind China, Japan und Spanien. In der Hand gehaltene Fächer finden sich in Europa ab dem 16. Jahrhundert.

Die Flächigkeit der meisten Fächerarten lud zu dekorativer Gestaltung ein. Die Stäbe wurden geschnitzt, durchbrochen oder vergoldet. Die Blätter der Faltfächer wurden kunstvoll bemalt. Die Fächergestelle sind aus Schildpatt, Horn, Perlmutt und Elfenbein - geschnitzte Kostbarkeiten in filigranster Finesse. Auf den Fächerblättern tummeln sich Vögel und Nachtfalter, Blüten oder applizierte Klöppelspitzen. Die Motive sind so vielfältig wie die Nutzerinnen und Nutzer. Häufige Darstellungen waren mythologische und biblische Themen genauso wie Blumen- und Genreszenen aus dem fernen Orient.

In der Spitzensammlung der Jan Geelen Stiftung findet sich ein schier unerschöpflicher Fundus an unterschiedlichen Spitzen- und Fächertypen. 1995 hat Jan Geelen mit dem Aufbau der Spitzensammlung begonnen. Er wollte Exponate zeigen, an denen sich jeder erfreuen und mit denen sich jeder identifizieren kann. „Eine Spitze muss leben“, war seine feste Meinung. Wir freuen uns, dass wir diesen Wunsch mit einer Ausstellung seiner Fächersammlung im Klöppelmuseum erfüllen können. Herzlichen Dank an Maria Steur und David J. Ranftl für deren tatkräftige Unterstützung.

Lassen Sie sich in die abwechslungsreiche Welt der Spitzenfächer entführen und besuchen Sie unsere Fächerausstellung im Klöppelmuseum Abenberg.

Die Ausstellung wird bis 19. Dezember 2021 präsentiert.



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